Der Sinn dieses Blogs

Der Sinn dieses Blogs: „Wissenstransfer und bewusst Deutsch geschrieben.“

Ich möchte mit diesem Blog einen hoffentlich verständlichen, praxisbezogenen Einblick in die Welt des Real-Time Advertising bieten.

Für Leser ohne marketingpolitisches Interesse, kann jetzt aus dem Artikel ausgestiegen werden – der Rest ist ein „Beschwerdebrief“ an die RTA-Experten.

Die Präsenz des Themas Real-Time Advertising (RTA) ist „gefühlt“ allgegenwärtig, beschäftigt man sich mit Online-Marketing.

Leider liegen die Schwerpunkte viel zu häufig auf:

1. Marktrelevanz: „Erst bei 15% seines Marktpotentials“
2. Trend-Statistiken: „37345% aller Befragten Unternehmen sehen in RTA die Zukunft“ oder „635324% aller befragten Unternehmen können „RTA“ lesen und schreiben“
3. die sinnvolle (automatisierte) Art sowie Nebeneffekte der Beschaffung in Echtzeit (RTA): Nutzerorientiert, Datadriven (Datengestützt), Retargeting etc. etc.

Um zu verdeutlichen was ich meine, hier ein Auszug eines Diskussionspapieres vom BVDW zum Thema Real-Time Advertising aus SICHT EINES WERBUNGSTREIBENDEN:

 

„…Werbewirkungseffekt in puncto Awareness, Recognition, Sympathie oder First Choice erzielen als UAP Formate, die vor allem für performance-orientierte Kampagnenzielsetzungen, bei denen der Abschluss beziehungsweise die Stückkostenbetrachtung im Vordergrund stehen…“

Diese Art des „Wissenstranfers“ zieht sich wie ein roter Faden durch die Berichterstattung.

An alle RTA’ler in aller Deutlichkeit:
Das Thema RTA ist in Deutschland noch NICHT angekommen. Auch auf Verbandsebene als Kernthema die Internationalisierung zu fokussieren ist deutlich zu früh. 15% des Marktpotentials ist keine Relevanz. Die genannten 15% beziehen sich natürlich nur auf Budgets INNERHALB von Display Advertising nicht auf die Anzahl der Werbungstreibenden insgesamt – diese Zahl wäre unfassbar interessant. Wie viele der ca. 5 Mio Unternehmen in Deutschland Display bzw. im Detail Real-Time Advertising betreiben – jede Zahl über 1% würde mich überraschen.
Betrachtet man die Ausgaben lt. IDC von ca. 170 Mio. für RTA im Vergleich zu den ca. 6 Mrd. Onlinespendings alleine bei KMU’s liege ich mit meiner Schätzung aus dem Bauch heraus wahrscheinlich nicht so verkehrt.

Die Hauptgründe für die geringe Nutzung von RTA liegen, nach zig Verkaufsgesprächen, Seminaren und Workshops mit Werbungstreibenden:

1. Real-Time Advertising schon gehört – Nutzen oder Mehrwerte nicht klar.
Nutzen, Mehrwerte in Kurzfassung: Werbeflächen günstig einkaufen, Zielgruppe gezielt ansprechen, Werbewirkung nach Werbemittelkontakt im Detail nachweisbar.

2. Wozu Display Anzeigen – ich habe keinen Shop.
Begründung: Werbung muss man da machen, wo die Mediennutzung hingeht – es geht auch bei Display Anzeigen um Werbung an der Zielgruppe. Wenn Werbung in der Zeitung oder auf Plakat funktioniert, tut es diese auch Online.

3. Real-Time Advertising ist doch diese „verfolgende“ Werbung.
Nein, das nennt sich Cookie-Targeting bzw. Retargeting bzw. Remarketing und ist eine Werbung um den Warenkorb am Bestandskunden zu erhöhen bzw. Kaufabbrecher zu erinnern.

Dieser Blog richtet ausschließlich sich an Entscheider im Marketing und nicht im „Scaryting“1.
1„Scaryting“ ist ein von Alex Neubauer geprägter Begriff. Dieser fokussiert sich aufgrund fehlender Marketingkompetenz oder Misstrauen gegenüber der eigenen Produkte bzw. Dienstleistungen ausschließlich auf provisionsabhängige Werbeformen wie z. B. CPO-Kampagnen. Im Ergebnis sollen andere das Risiko für die Werbung dieses Unternehmens tragen.